Kalcitkristalle in der Kraushhle, Steiermark
© Lukas Plan

Eisschlotdom der Bärwies-Eishöhle
© Willi Hartmann

Minotaurusgang in der Mammuthöhle, Dachstein, Oberösterreich
© Alex Klampfer

Engstelle in der Weibierhöhle (=hchster Eingang der Mammuthöhle), Dachstein, Oberösterreich
© Alex Klampfer

BERICHT

Technische Schulungs- und Forschungswoche vom 22.-28. September 2008 am Dachstein – Krippenstein aus der Sicht einer Teilnehmerin
Christine Hofmann

Montag, 22. September 2008: Um 10 Uhr trafen die Kursbetreuer und Teilnehmer auf der Lodge am Krippenstein ein. Nach der Kurseröffnungsrede vom Organisator Christian (Chris) Berghold und einer Vorstellungsrunde in der sich Kursbetreuer und Teilnehmer einander bekannt machten, erfolgte die Gruppeneinteilung und das Anpassen der Ausrüstung. An den massiven Dachpfosten der Lodge wurden Seile angebracht und es konnten gleich die ersten Versuche, die Ausrüstung auch richtig anzuwenden, durchgeführt werden. Danach hörten wir von Tina Röck auch schon den ersten Vortrag über Schachttechnik und richtigen Gebrauch der Ausrüstung und anschließend machten wir wieder Techniktraining an den Seilen. Es beeindruckte uns an diesem Tag überhaupt nicht, dass sich das Wetter nicht von der freundlichsten Seite zeigte, da wir selbst und die Betreuer ausreichend mit uns beschäftigt waren. Nach einem ausgiebigen Abendessen sahen wir dann einen kleinen Tagesrückblick in Form einer Power-Point-Präsentation von Tina Röck mit musikalischer Untermalung von Peter (Pezi) Neugebauer.

Am Dienstag den 23. September 2008 wurde wegen zu viel Schnees am Krippenstein, der Tag der mit Seil- und Schachttechnik der in der Übungsdoline stattfinden sollte, gleich in eine Höhle verlegt. Wir fuhren mit der Seilbahn zur Mittelstation und von den neu formierten Gruppen machten sich zwei auf den Weg in die Mörkhöhle und eine Gruppe ging in die Mammuthöhle. Unsere Gruppe (Anfänger bzw. Einsteiger) bewältigte die ersten zwei größeren Schachtstufen laut Pezi und Tina mit Bravour. Danach wurden die weiteren Teile der Mörkhöhle erkundet und mit viel Geduld unserer Betreuer gelang auch der Aufstieg, der ein wenig länger dauerte als bei der geübteren Gruppe. So schafften wir es auch noch die vorletzte Bahn auf den Krippenstein und zur Lodge zu erreichen und pünktlich anzukommen, ohne die Alarmzeit zu überschreiten. Nach einer ausgiebigen Dusche und einem guten Abendessen hörten wir den Vortrag von Thomas Resch über Seilverankerungen und Schachteinbau als Vorbereitung für den folgenden Tag. Der übliche Tagesrückblick brachte wieder alle zum Lachen, aber trotzdem harrte keiner von uns lange aus, denn wir waren alle sehr müde – ein anstrengender Tag ging zu Ende.

Mittwoch, 24. September 2008, der 3. Kurstag versprach endlich mit klarer Sicht und „fast“ Sonnenschein, ein Tag im Freien zu werden. Nach dem Frühstück und der Materialausgabe fand dann auch die erste Geländebegehung auf dem Gebiet des Niederen Krippenstein statt, davor gab es noch eine kurze Einweisung für den Umgang mit Karte und GPS. Wir versuchten auch gleich einen Punkt, den wir im GPS eingegeben hatten, zu finden, was auch gelang. Allerdings durch den Schneefall der vergangenen Tage war es nicht sehr einfach, sich in diesem mit Karren- und Latschen durchsetzten Gelände zu bewegen. Da der ins GPS eingegebene Schacht bereits von der anderen Gruppe besetzt war, zog es unsere Gruppe vor in einem danebenliegenden Schacht unser am Vortag im Vortrag Gehörtes über Seilverankerungen und Schachteinbauten in die Tat umzusetzen. Es wurde fleißig gebohrt und gehämmert. Eine super Ausgleichsverankerung und eine Umsteigstelle wurde in ein (vermutlich) neues Objekt eingebaut und dieses gleich mit einer Abfahrt und einem Aufstieg auf die Probe gestellt. Viele neue Erfahrungen wurden gesammelt und auch an diesem Tag kamen alle Gruppen wieder wohlbehalten bei der Lodge an. Am Abend hörten wir von Dr. Franz Berghold dem Vater von Chris, wie schon im vergangenen Jahr, einen interessanten Vortrag über Höhlenmedizin. Der erfahrene Alpinarzt fesselte die gesamten Teilnehmer und in einer anschließenden Diskussionsrunde wurden noch viele offene Fragen geklärt.

Am Donnerstag, 25. September 2008, machte uns das Wetter endgültig einen Strich durch die Rechnung, aber einigen Teilnehmern wie auch mir, tat so ein Pausetag auch nicht schlecht. Also gab es kurzfristig eine kleine Programmänderung und wir nahmen Knotenkunde, Orientierung und Vermessungskunde sowie Kameradenrettung in drei Stationen durch. Am Nachmittag folgte ein Vortrag über Orientierung im Gelände mit GPS und danach gleich die praktische Übung im Gelände, in Form einer Schnitzeljagd bei weihnachtlichen Schneeverhältnissen mit dicken Flocken. Nachdem dann auch die letzte Gruppe wieder in der Lodge eintraf, wurden auch gleich die Ergebnisse ausgewertet. Nach dem Abendessen erfolgte der obligatorische Rückblick von Tina mit vielen lustigen Fotos der vergangenen zwei Tage und einigen Eindrücken aus dem Slowenischen Karst von Peter Biermayr.

Freitag, 26. September 2008 sahen wir aus dem Fenster und sahen „nichts“ außer viel frisch gefallenen Schnee und Nebel. Am Vorabend wurde schon darüber abgestimmt, wer gern die alten Teile der Mammuthöhle begehen möchte und wer ins Gelände geht. Die Mammutgruppe musste allerdings eine kleine Verzögerung in Kauf nehmen, da die Seilbahn einen technischen Defekt hatte. Die andere Gruppe machte sich auf den Weg ins Gelände und untersuchte ein Objekt bei dem eine Fortsetzung vermutet wurde und sich auch eine unter einem Versturz befand. Am Abend hörten wir einen Vortrag von Erich Hofmann über Sicherheit in der Höhle und die richtige Alarmierung der Höhlenrettung. Dia-Show von Tina.

Am Samstag, 27. September 2008 ist das Wetter etwas besser geworden und nachdem man sich aus 3 Touren etwas aussuchen konnte, ging es endlich ins Gelände. Zur Auswahl standen die Hinkelsteinhöhle, der 30er Schacht und die von der Gruppe III gefundene Höhle. Da es der letzte Tag war, wurde die Alarmzeit nicht wie in den vergangenen Tagen mit 17 Uhr sondern mit 15.30 Uhr festgesetzt. Ausgerechnet heute wurde diese Alarmzeit von Erich Hofmann und Peter Biermayr überschritten, aber zum Glück handelte es sich um eine Alarmübung und in kürzester Zeit machte sich ein Vortrupp auf den Weg um Nachschau zu halten. Über Funk wurden wir verständigt, dass es einen „Verletzten“ gibt und die restliche Gruppe machte sich auf den Weg um Hilfe zu leisten. Es war zwar eine inszenierte Übung und viele hatten davon schon gehört, aber sicher waren sie nicht, ob es sich nicht doch um einen ernsten Einsatz handelt. Auch an diesem Tag wurden wieder viele persönliche Erfahrungen gesammelt – wie ernst nehme ich die Alarmzeit, wie bin ich konditionell noch in der Lage zu helfen, auf was muss ich sonst noch achten? Am Abend wurde noch in einer Feedback-Runde über die vergangen Tage gesprochen und wir bekamen alle ein Diplom über die erfolgreiche Absolvierung des Kurses. Da dies schon mein zweiter Kurs war und ich mich wieder genauso gut aufgehoben gefühlt habe wie im Ersten, werde ich auch gerne im nächsten Jahr daran teilnehmen. Eine schöne Erfahrung, Dank eines kompetenten Teams. Auch die Unterbringung und Verpflegung in der „Lodge“ ist super, man könnte fast „Luxus-Höhlenforscherwoche“ dazu sagen.

Am Sonntag, 28. September 2008 ging eine Schulungswoche am Krippenstein zu Ende, die allen Teilnehmern sicher in guter Erinnerung bleibt. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr

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