Raudnerhöhle

1. Mai 2018   Stiwoll, Steiermark

Am 1.5. wurde in einer Gemeinschaftsaktion der Landesvereine für Höhlenkunde in Niederösterreich und Wien bzw. in der Steiermark die Raudnerhöhle nahe Stiwoll (2783/4) im (westlichen) Grazer Bergland aufgesucht. Die Raudnerhöhle ist auch unter dem Namen Marienbau bekannt und war als Bergbau möglicherweise ab slawischen Zeiten, jedenfalls aber ab dem Hochmittelalter und bis ins 18. Jhdt in Betrieb; abgebaut wurden wenig ertragreiche Blei-Zink-Erze. Die lokal gut bekannte Höhle wurde 1974 von V. Weißensteiner wiederaufgefunden und beschrieben, er vermutete dabei, dass der Bergbau teilweise einer vorhandenen Naturhöhle folgte. Ziel der Forschungsfahrt war eine Überprüfung dieser Vermutung sowie eine erstmalige Vermessung des Objekts. Die sechs Teilnehmerinnen teilten sich in drei Gruppen, von denen sich zwei den (bergtechnisch) älteren rechten Ast und eine den jüngeren linken Ast vornahmen. Der rechte Ast erwies sich als labyrinthisch aus dem Gestein geschlagenes, zumeist sehr niedriges „Schlammloch“, dessen Vermessung selbst auf Eckart Herrmanns sonst blitzsauberen Vermessungsunterlagen Schlammspuren hinterließ. Hinweise auf Naturhöhlenräume fanden sich nur sehr wenige, zumindest ein oberflächennaher, blind endender Gang zeigte eine Art Höhlenprofil mit Deckenkanal. Der linke Ast der Raudnerhöhle weist ebenfalls alte, labyrinthische enge Gänge auf, wird aber von einem relativ rezenten großräumigen abwärtsführenden Förderschacht durchzogen und weist insgesamt größere Räume auf. Bei den Vermessungen wurde mehrere Stunden lang mit viel Einsatz vorgegangen, ein Ende ist aber noch lange nicht erreicht. Daneben wurden einige Bilder aufgenommen. Die Tour klang in einem Gastgarten unter der Peggauer Wand aus.
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Mit dabei: Eckart Herrmann, Gregor Konitz, Karmen Kreidl, Karl Stöger (Berichterstatter), Johannes Wallner, Barbara Wielander
Vermessen: 500 m

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Eingang. F: E. Herrmann mit K. Stöger, B. Wielander und K. Kreidl
Eingang. F: E. Herrmann mit K. Stöger, B. Wielander und K. Kreidl
Seit dem Bergbau schon wieder versintert. F: E. Herrmann mit K. Stöger
Seit dem Bergbau schon wieder versintert. F: E. Herrmann mit K. Stöger
Neuerer Förderschacht (17. Jhdt.?). F: E. Herrmann mit G. Konitz und K. Stöger
Neuerer Förderschacht (17. Jhdt.?). F: E. Herrmann mit G. Konitz und K. Stöger
Südteil. F: E. Herrmann mit B. Wielander und K. Stöger
Südteil. F: E. Herrmann mit B. Wielander und K. Stöger
Biwakreste. F: E. Herrmann mit B. Wielander
Biwakreste. F: E. Herrmann mit B. Wielander

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