Steirische Katasterarbeiten

20. Januar 2019   Grazer Bergland

Während der Großteil des Landes im Schnee versinkt, bietet sich uns im Südosten die Gelegenheit, den Katasterwart des Steirischen Landesvereins wieder einmal bei seinen Arbeiten zu unterstützen. Wir, das ist einmal Thomas, der in der Höhle ein paar Stunden Erholung von der Schichtarbeit im Tunnelbau sucht, Danica auf ihrer ersten Höhlen-Schnuppertour sowie Wetti, Peter und Ecki. Diesmal war sogar Beteiligung aus Graz angekündigt, gekommen ist dann außer Hannes aber niemand.
\r\nZuerst geht's darum, ein paar Kleinhöhlen zu lokalisieren und bei der Hausmanningerdoline nachzusehen, ob sie bei der letztmaligen Schlägerung des Waldes verstopft wurde. Dies ist erfreulicherweise nicht der Fall, in 20m Tiefe hat sich aber eine schon in der Vergangenheit immer wieder neu aufzugrabende Engstelle neuerlich verlegt. Das Dickicht des Einstiegstrichters stellt uns beim Messen sogar jetzt in der laublosen Jahreszeit vor besondere Herausforderungen. Immerhin gibt es jetzt bis dorthin erstmals einen Plan, mit den ersten 29 Metern Ganglänge. Natürlich bleibt in einem Rucksack der Schachtdolinenforscher irrtümlich der Laserscan, während die anderen die Bohrmaschine durchs Gelände tragen. Aber wir wissen uns einerseits mit natürlichen Verankerungen zu helfen und den Höhlensuchern hilft das Gedächtnis. Drei weitere Höhlen werden ganz oder teilweise dokumentiert. Im Eingangsraum der größten tummeln sich die Kletterer, und wir müssen mit ihnen beim Vermessen Halma spielen, um voranzukommen. Dass hier solche Höhlen bis heute nicht kartografiert sind! Das Nachbarobjekt dient der Notdurft der Massen, und ich muss nicht nur warten, bis es zum Vermessen frei ist, sondern dann auch noch prekär hoch über den Papierln herumklettern, um einen Deckenfortsatz einmessen zu können. Im Vergleich mit der Literatur wird auch offenbar, wie sehr hier ein Univ-Prof. der 1920er-Jahre hemmungslos flunkern konnte. Da gings dereinst eher darum einmal formulierte Theorien durch entsprechend getrimmte Planskizzen zu untermauern anstatt darum, die Höhlen so zu dokumentieren wie sie tatsächlich sind. Lasst uns hoffen, dass unsere heutigen Berufsforscher fundiertere Ergebnisse liefern! Am späten Nachmittag haben wir für den Kataster eine Menge Daten und Bilder gesammelt und 215 m Ganglänge in 4 Höhlen zu Papier oder Tablet gebracht.

Mit dabei: Thomas Exel, Danica Görg, Eckart Herrmann, Peter Straka, Johannes Wallner, Barbara Wielander
Vermessen: 215 m

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Selbst im Winter ist die Vermessung hier Schwerarbeit. F.: Eckart Herrmann
Selbst im Winter ist die Vermessung hier Schwerarbeit. F.: Eckart Herrmann
Hier wurde vor 100 Jahren gebuddelt, um die Lurgrotte zu finden. F.: Peter Straka
Hier wurde vor 100 Jahren gebuddelt, um die Lurgrotte zu finden. F.: Peter Straka
Paragenese now! F.: Johannes Wallner
Paragenese now! F.: Johannes Wallner
Jugend forscht. F.: Barbara Wielander
Jugend forscht. F.: Barbara Wielander
Dem Katasterwart ist das Erdulden allen Mühsals ins Gesicht geschrieben. F.: Barbara Wielander
Dem Katasterwart ist das Erdulden allen Mühsals ins Gesicht geschrieben. F.: Barbara Wielander
Biotopkartierung. F.: Peter Straka
Biotopkartierung. F.: Peter Straka

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