Sieben Gatschmonster in der Raudner

30. Mai 2019   Grazer Bergland

\r\n Und immer wieder Raudner - dies war bereits die sechste und diesmal auch ganz bestimmt letzte Vermessungstour in das von den Einheimischen damals, als wir zum ersten Mal drin waren, als eher mickrig beschriebene Bergwerk.
\r\n Na ja von mickrig kann bei mittlerweile gut 2300 m Ganglänge nun schon lang keine Rede mehr sein. Waren zu siebent unterwegs um noch ein paar kleine, offene Fragezeichen im südlichen (neueren) Ast des Bergwerks abzuklären - wird es überhaupt genügend Arbeit für so eine große Truppe geben? Franz und Erik werden dann auch zum Fotografieren eingeteilt und sorgen zwischen den Messtrupps herumschliefend dafür, dass die Informationskette nicht ganz abreißt. Eckart, Moni und Hannes begeben sich in die (weitgehend) großräumigeren nördlichen Teile des Südastes, wo ihre Aufgabe unter anderem darin besteht, alte Messpunkte von Wetti zu lokalisieren und ihre Vermessung vom Jänner 2019 um ein paar zusätzliche Raumzüge zu verfeinern. Wetti begibt sich mit Dietmar in die Grünlehmschlüfe, wo die beiden schon bald im Gatsch versinken. Es ist spannend, wie der Bergbau immer wieder seine Charakteristik ändert - während der Haupststollen, der einem erst den Zugang zu den Grünlehmschlüfen erlaubt, großräumig, angenehm zu befahren und offensichtlich neueren Ursprungs ist, sind die Schlüfe selber niedrig, verwinkelt und eigentlich ein mühsames Gewirr aus kleinen Würmchen. Mitunter hat man das Gefühl, in einem einzigen, niederen, flächenmäßig größeren Raum mit schräg abfallendem Boden unterwegs zu sein, der an manchen Stellen mit Abraum zugeschichtet wurde, sodass nun nur mehr engräumige Passagen dazwischen übrig bleiben. Die Arbeit in diesen Stollen muss furchtbar gewesen sein - mir reichen die 5 Stunden, die ich dort vermessen durfte. Wie es war, jahrelang dort nach (wenig ertragreichen) Erzen zu schürfen will ich mir gar nicht erst vorstellen. An manchen (nicht mit Blöcken zugeschlichteten) Gangabschnitten sieht man noch Bearbeitungsspuren, dazwischen wachsen auf dem Lehm blütenweiße Stalagmiten, von der Decke hängen feine Sinterröhrchen und -fahnen, sodass man manchmal vergisst, dass man nicht in einer Naturhöhle unterwegs ist.
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\r\n Am späteren Nachmittag dürfen die 7 mittlerweile sehr vergatschten Höhlenforscher den Grubenbau wieder verlassen - Wettis Stiefel wiegen mittlerweile einige Kilo mehr als zu Beginn der Tour.
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Mit dabei: Erik Achten, Dietmar Allhuter, Franz Darrer, Eckart Herrmann, Moni Schöner, Johannes Wallner, Wetti Wielander
Vermessen: 250 m

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Typische Raumform in den Grünlehmschlüfen. Foto: F. Darrer
Typische Raumform in den Grünlehmschlüfen. Foto: F. Darrer
Im Südteil. Foto: F. Darrer
Im Südteil. Foto: F. Darrer
Sieben Gatschmonster im Stolleneingang. Foto: J. Wallner
Sieben Gatschmonster im Stolleneingang. Foto: J. Wallner

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